Der Ruinenturm im einstigen Lustwald und heutigen RuheForst

Turmruine HarbkeGleich neben dem Schlosspark Harbke befindet sich der einstige Lustwald, einer der bedeutendsten frühen Landschaftsparks nach englischem Vorbild in Deutschland. Auf einer Anhöhe oberhalb des großen Besucher-Parkplatzes thront malerisch die Turmruine. Diese wurde 1851/52 als künstliche Ruine gebaut und nach dem Ersten Weltkrieg um eine Gedenkstätte für die gefallenen Harbker Bürger erweitert.

Erst kürzlich wurde das imposante Bauwerk aufwendig saniert. Gefördert wurde die Sanierung zu mehr als einem Drittel von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Ein weiteres Drittel der Finanzierung steuerte das Land Sachsen-Anhalt aus seiner Denkmalpflegeförderung zu den Bundesmitteln bei. Etwas mehr als ein Viertel der Sanierungskosten wurden über Eigenmittel getragen, die restlichen knapp 5 Prozent übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, unterstützt von der Lotterie GlücksSpirale.

Neben einem schönen Blick in die Landschaft bietet der Ruinenturm eine sehenswerte Ausstellung über die Harbkesche wilde Baumzucht. Diese konnte dank finanzieller Unterstützung der Gemeinde Harbke, des Landkreises Börde und des Denkmalpflegevereins Harbke realisiert werden. Die aktuellen Öffnungszeiten werden immer hier auf dieser Seite veröffentlicht.

Öffnungszeiten 2020
So., 05.07., 14:00-16:00 Uhr
So., 19.07., 14:00-16:00 Uhr
So., 02.08., 14:00-16:00 Uhr
So., 16.08., 14:00-16:00 Uhr
So., 06.09., 14:00-16:00 Uhr
So., 20.09., 14:00-16:00 Uhr
So., 04.10., 14:00-16:00 Uhr
So., 18.10., 14:00-16:00 Uhr

Aus aktuellem Anlass haben Besucher bitte Folgendes zu beachten:
  • Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Personen, soweit möglich und zumutbar; dies gilt nicht für Zusammenkünfte mit Angehörigen aus maximal zwei Hausständen oder mit nahen Verwandten sowie deren Ehe- und Lebenspartnern,
  • Vermeidung von Ansammlungen von mehr als zehn Personen, insbesondere Warteschlangen,
  • Desinfektion der Hände vor dem Betreten des Turmes und Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Aufenthalts im Gebäude,
  • die Besucher sind in einer Anwesenheitsliste zu erfassen, die die folgenden Angaben enthalten muss: Vor- und Familienname, vollständige Anschrift und Telefonnummer.
 

Klicken Sie hier für eine Kartenansicht mit dem Standort der Turmruine im RuheForst.

Harbker Wald & Schlosspark

Der Harbker Wald ist ein historisch bedeutsamer Teil des Naturparks Elm-Lappwald und des Landschaftsschutzgebiets Harbke-Allertal. Das schön geschwungene Hügelland wurde im Bereich seiner höchsten Erhebungen bei Harbke in früheren Zeiten auch als Magdeburger Schweiz bezeichnet. Hier finden sich Vorkommen verschiedener Orchideenarten wie Rotes Waldvöglein und Großes Zweiblatt.

Harbkesche wilde Baumzucht

Harbke selbst blickt auf eine wechselvolle, bald tausendjährige Geschichte zurück. Ausgehend von dem alten Renaissanceschloss, das heute leider nur noch als Ruine erhalten ist, entstand hier ab den 1760er Jahren eine visionäre Parkanlage. Dank der forstbotanischen Pionierarbeit mit fremdländischen Gehölzen unter Friedrich August von Veltheim (1709-1775) erlangte die Harbkesche wilde Baumzucht in dieser Zeit internationale Berühmtheit.

An dieser geschichtsträchtigen Stätte ist der RuheForst Harbker Wald gelegen. Mehr als 30 verschiedene Baumarten, in der Mehrzahl Laubhölzer, säumen das Floridatal im einstigen Lustwald des Harbker Schlosses. Das Waldbild ist geprägt von Hainbuchen, Ahornen, Lärchen, Robinien, Linden, Eschen, knorrigen Eichen und alten Buchen. Aber auch für einen Wald eher ungewöhnliche Baumarten wie Esskastanie und Eibe sowie die selten gewordene Ulme sind hier heimisch.

Orangerie Harbke Ruheforst Harbker Wald

Der benachbarte Schlosspark zählt zu den bedeutendsten Gartenanlagen des Landes; er gehört dem denkmalpflegerisch-touristischen Netzwerk Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt an. Nicht zuletzt wegen der liebevoll restaurierten Orangerie und des berühmten Ginkgobaums, dem wahrscheinlich ältesten in Deutschland, der einst schon Goethe bei seinem Harbke-Besuch im Jahr 1805 inspirierte.