Ein Ort mit Geschichte

Der Harbker Wald ist ein historisch bedeutsamer Teil des Naturparks Elm-Lappwald und des Landschaftsschutzgebiets Harbke-Allertal. Das schön geschwungene Hügelland wurde im Bereich seiner höchsten Erhebungen bei Harbke in früheren Zeiten auch als Magdeburger Schweiz bezeichnet. Hier finden sich Vorkommen verschiedener Orchideenarten wie Nestwurz, Braunrote und Breitblättrige Sitter, Bleiches und Rotes Waldvöglein und Großes Zweiblatt.

Harbke selbst blickt auf eine wechselvolle 975-jährige Geschichte zurück. Ausgehend von dem alten Renaissanceschloss, dessen Grundmauern erhalten geblieben sind, entstand hier ab Mitte des 18. Jahrhunderts eine visionäre Parkanlage. Dank der forstbotanischen Pionierarbeit mit fremdländischen Gehölzen unter Friedrich August von Veltheim (1709-1775) erlangte die „Harbkesche wilde Baumzucht“ in dieser Zeit internationale Bekanntheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch heute zählt der Harbker Schlosspark zu den bedeutendsten Gartenanlagen des Landes; er gehört dem denkmalpflegerisch-touristischen Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ an. Nicht zuletzt wegen der liebevoll restaurierten Orangerie (Foto oben) und des berühmten Ginkgobaums, dem wahrscheinlich ältesten in Deutschland, der einst schon Goethe bei seinem Besuch in Harbke inspirierte (1805).

Gleich hinter dem Park schließt sich der frühere Lustwald an – mit der imposanten Turmruine aus der Romantik, die malerisch auf einer Anhöhe oberhalb des großen Besucher-Parkplatzes thront. 1848 als Aussichtsturm gebaut und nach dem 1. Weltkrieg um eine Gedenkstätte für die gefallenen Harbker Bürger erweitert, stellt die Turmruine im RuheForst so etwas wie das Wahrzeichen des Ortes dar.

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Am Fuße des Ruinenturms befindet sich eines der Waldquartiere, in denen Friedrich August von Veltheim seinerzeit mit exotischen Baumarten experimentierte: das Floridatal. Seinen Namen verdankt es den wärmeliebenden Gehölzen aus Nordamerika, die hier ab 1759 auf großer Fläche angebaut wurden: Platanen, Tulpenbäume, Sumpfzypressen, amerikanische Nussbäume, verschiedene Ahorne, Rot-Eichen u.v.m.

An dieser geschichtsträchtigen Stätte ist der RuheForst Harbker Wald gelegen. Mehr als 20 verschiedene Baumarten, in der Mehrzahl Laubhölzer, säumen das Floridatal. Das Waldbild ist geprägt von Hainbuchen, Ahornen, Lärchen, Robinien, Linden, Eschen, knorrigen Eichen und alten Buchen. Aber auch für einen Wald eher ungewöhnliche Baumarten wie Kirsche, Esskastanie, Eibe und die selten gewordene Ulme sind hier heimisch.